Mitmenschen!Bevor wir Donnerstag 10.5.12 20.00 mit der “Quilitz”-Show im GOP Bad Oeynhausen starten, hier nochmal Pressestimmen zum Gastspiel in München. Aus Gründen der emotionalen Stabilität des Ensembles haben wir eine Auswahl getroffen:

Süddeutsche Zeitung:

“Extreme ausloten und dabei lässig bleiben
Late-Night, Sidekicks und Improvisation:
Mit “Quilitz” hat das GOP-Variete erstmals die Grenzen des Genres gesprengt…
Quilitz ist witzig, er kann Pointen setzen, charmant die Gäste vorführen, sich liebevoll über das pelzbesetzte, hundekotfreie München lustig machen und sich in einer köstlich-albernen Woodstock-Parodie als besoffener Joe Cocker verausgaben…”

“…der “Quilitz”-Sonnyboy Thomas Janke aus München, Deutschlands jüngster Profijogleur. Mit aberwitzig flinken Händen bringt der 16-jährige Bälle, Keulen und Ringe sowie das Publikum zum Rasen-und das ganz ohne Wackler.”

Abendzeitung

“…sieht man Künstler wie den jungen ukrainischen Handstandmeister Pavel Stankewych, dessen Kraftleichtigkeit in Körperskulpturen fließt- die auch als schwarzer Schatten auf weißer Leinwand eine berührende Eleganz haben.”

“Moderiert wird von Martin Quilitz..ein Dampfquassler, der von Hundehaufen auf russische Oligarchen kommt, funkelnd spontan auf das Publikum reagiert…”

“Das Duo Manducas erweitert den Witz mit einer pumphosigen, schnauzbärtigen und liebevoll parodierenden Hommage an die Kraftkerle des vergangenen Zirkus.”

“…bei der heißen Hula-Hoop-Russin Mila Roujilo, die die Reifen rotieren läßt, bis sie Libellenflügeln gleichen…”

“Wie bei vielen Momenten der Show hätte man Lust, das selber mal auszuprobieren. Man sollte dem Drang nicht nachgeben.”

Tageszeitung

“Turbocasting:
Quilitz gibt den launigen Vater der Kompanie, der bei einer Art Varieté-Casting allerlei skurrile Gestalten begrüßt. Die verruchte Russin Mila Roujilo spielt eine Art Amanda Lear der Hula-Hoop-Reifen. Und die junge Kanadierin Marie Pier Campeau läßt sich ausführlichst über die Bühne schleifen, bis ihr und dem Publikum wohltuend schwindelig ist.

“Zur Premiere glänzte Schauspieler Max Tidof mit einer Nummer, an der er besonders hängt:Rauchen! Im GOP spricht man natürlich von “Kunstrauchen”…”

Münchener Merkur

“Varieté auf hohem Niveau, das durch Quilitz und durch den kalifornischen Zauberer Paul Nathan frisch und modern daherkommt.”

Bild

“Acht junge Künstlers begeistern in einer zweistündigen Show, moderiert von Martin Quilitz. Mit viel Charme und Witz führt er durch das Bühnengeschehen.
Star-Fernsehkoch Stefan Marquardt:”Die Show war klasse!Pavel hat mir am besten gefallen.”

“Lonely at the top”-ein Abend mit Randy Newman

Randy Newman mit FlügelRandy Newman mit Flügel

Lonely at the top

Mitmenschen!
Am freien Tag bin ich nach Berlin geeilt, um Randy Newman im Admiralspalast zu erleben. Während seines München-Konzerts hatten wir unsere Premiere im GOP.
Am Abend zuvor haben wir noch die “Quilitz”-Show vor 1200 Zuschauern im Deutschen Theater München vis-a-vis der Allianz-Arena gespielt.
Tolle Stimmung vor einer beeindruckenden Kulisse…

Dienstag 20.00, Berlin, Admiralspalast:..gleich kommt er..für seine Platten habe ich mein erstes selbstverdientes Geld mit 14 ausgegeben..”Little Criminals”.
Sinnvolle Investition mit Spätfolgen..wegen seiner Texte habe ich später in Berlin “Amerikanistik” studiert.

“In America every man is free..to take care of his home and his family..” der amerikanische Traum in wenigen Worten leichtfüßig seziert.
“No one likes us and heaven knows we try, so let’s surprise them, drop the big one and pulverize them.”
Jahrzehnte alt, immer noch aktuell und so wunderbar unamerikanisch selbstironisch..daher gerade in Europa immer wieder so begeistert belacht und beklatscht.

Irgendein Sänger oder Literat sitzt immer bei den raren Randy-Newman-Konzerten vor oder neben einem.
Heinz Rudolf-Kunze in der Musikhalle Hamburg, Klaus Hoffmann im Kammermusiksaal, Herbert Grönemeyer im Admiralspalst..diesmal u.a. Judith Hermann. Sie alle lauschen andächtig dem Meister des unverkrampften, zeigefingerfreien politischen Liedguts.

“My songs are almost autobiographical..about my life or the constitution..the next song contains some lies but not many..”.
Mit seinen weißen Haaren, der Leibesfülle, den schwerer gewordenen Schritten ist er ein wenig in die Jahre gekommen..seine Lieder sind es nicht.
Seine Stimme klingt sogar klarer und fester als bei so manchem Konzert in den letzten 20 Jahren.
Der Schalk in seinen Augen und seiner Sprache scheint einen geheimen Jungbrunnen zu kennen.

“I wrote this love song for my first wife when I was married to my second.”
Wenn er dann im Refrain haucht “Miss you..I miss you” kommen einem die Tränen nicht mehr vom Lachen.

Zwischen Hits wie “Short people”, “You can leave your hat on” oder “Lonely at the top”, die mit rhythmischem Klatschen vom gesetzten Publikum freudig begrüßt werden, sind an diesem Abend seine traurigen Liebeslieder und Balladen besonders präsent. In ihnen zeigt sich seine wahre Meisterschaft, mit wenigen Pianoklängen in Sekunden den geneigten Hörer in eine melancholische Stimmung zu versetzen.
Wer nah am Wasser gebaut hat oder winterlich immungeschwächt ist, sollte gut ausgestattet mit Zellstoff und ohne überflüssige Scham dem Altmeister lauschen.
Eine sensible Seele mit brüchiger, kitschabweisender Stimme und ein Steinway, mehr braucht es nicht, um erwachsene Großstädter zu Tränen zu rühren.

Mehr nicht?

Soviel, daß es außer Randy Newman bei mir zumindest kaum einer geschafft hat. In alten Zeiten noch Rio Reiser, der heute unterm Junimond vom deutschen Sänger-Olymp zuschaut und unter den Lebenden noch Norbert Leisegang von Keimzeit, der chronisch unterbewerteten Band aus Potsdam, der ich als einer der wenigen Wessis seit meinem Lieblings-Album der Wende-Zeit 89/90 “Irrenhaus” die Treue halte.
Seine Liebeslieder rauschen schmalzfrei durchs Ohr direkt ins Gemüt. Seine melancholischen Texte wünscht man sich auch als Agnostiker auf den eigenen Grabstein:
“Laß es laufen den Berg hinunter, laß es laufen durchs Tal, Gott hat dem Fluß diesen Weg gewiesen, sicher tut er’s nicht nochmal..” .

Während ohne Norbert Leisegang Sänger wie Clueso ohne Inspirationsquelle wären, wären ohne Randy Newman mittvierzigjährige Moderatoren und Kabarettisten wie ich ohne Idol.
In einem Song “about a murderer”, 1934 in Düsseldorf angesiedelt, besingt er am Rhein sitzend derartig kurz und treffend die Angst davor, wohin der Faschismus führen wird “I’m looking at the river but I’m thinking of the sea”, daß man nachdenklich wird, wieviele Worte man oft selbst braucht, um auf den Punkt zu kommen.

Dieser Abend lebt mehr als frühere Konzerte von dieser, ihm eigenen pointierten Melancholie.
Ob das an seinem Alter liegt?Wenn er das Publikum, bei einem Song über Rockstars, die nicht abtreten können, mitsingen läßt “I’m dead but I don’t know it..Publikum:”He’s dead!He’s dead!”, sieht man sich plötzlich auf einer ausgelassenen Beerdigungsfeier, wie sie sich einer mit seinem Humor vielleicht tatsächlich wünscht.
Aber diese Art vorgezogene Abschiedsfeier möchte man nicht zum letzten Mal mit ihm zelebriert haben.
“Only the good die young”, Randy Newman bestätigt diese alte Regel über Idole..als Ausnahme.

Sein schönstes trauriges Liebeslied hat er “Marie” gewidmet.
Am Ende eines solchen Konzerts möchte man es ein wenig abgewandelt ihm selbst entgegen schmachten:
“I loved you the first time I heard you and I will always love you..Randy”

Das klingt jetzt doch arg fanmäßig verkitscht?
Ja, genau…denn so etwas kann man nur mit Norberts, Rios oder eben Randys Stimme singen ohne rot zu werden.
Das gönne ich mir heute mal.
Verehrung hat auch immer etwas mit Unerreichbarkeit zu tun.
Für ihn bleibt es wie es war:”lonely at the top”.

Martin Quilitz
Im GOP München bei Frühsommerwetter

Zurück im GOP-München

Mitmenschen!

Putin ist zurück im Präsidentenamt, Rehhagel in der Bundesliga und die “Quilitz”-Show im GOP. Während die Putin-Anhänger ihr Idol offensichtlich mit “Zweitstimmen”ins Amt zurückhievten, Otto Rehhagel von Griechenland als Gegenleistung für das Hilfspaket an Berlin ausgeliefert wurde, sind wir auf völlig legalem Wege und freiwillig zurück im GOP… und das in München vom 8.3.-29.4. in der Maximilians.47 jeweils Mittwoch bis Sonntag. Wulff ist nicht mehr Präsident, Gauck noch nicht und Seehofer nur übergangsweise.

Ähnlich spannend starten die Proben auf der GOP-Bühne in der Nähe des Maximilianeums, einer Einrichtung für besonders begabte bayrische Schüler, die hier mit kostenloser Kost und Logis belohnt werden. Wulff hätte seine wahre Freude an dieser Bildungsanstalt und wird nach Lektüre dieses Blogs wohl über die Vorzüge eines zweiten Bildungswegs im bayrischen Exil nachdenken.

Die Zeit dafür hat er jetzt ja und zur Vermeidung von Schlägereien mit bildungsfernen Schichten im öffentlichen Nahverkehr künftig auch einen Wagen nebst Fahrer. Diese Freuden des repräsentativen Frührentnerdaseins auf Steuerkosten entbehrend, sind die Artisten der “Quilitz”-Show mit gutem Beispiel vorauseilend selbstfahrend und auf eigene Kosten angereist.

Der eine hängt dabei zwar über Nacht auf der Autobahn bei Lyon fest, die nächste Kollegin bereitet sich noch daheim auf die deutsche Staatsbürgerschaft vor, die nordamerikanischen Kollegen verarbeiten den Jetlag horizontal im “green room” des gemütlichen Backstage-Bereichs, aber der jüngste Kollege, vom Vater abgeliefert richtet vorbildlich pünktlich und gut gelaunt seine Lichtstimmung mit unserem Regisseur Knut Gminder ein.

Da Moderatoren bekanntermaßen pflegeleicht kurz und anspruchslos bei Licht-+Tonproben agieren, bleibt ihnen viel Wartezeit, die sie dann mit Blog-Schrift füllen können. Tatsächlich führt das Konzept der Show, mit wöchentlich wechselnden Gästen, in München sogar zusätzlich mit prominenten Überraschungsgästen zu arbeiten dazu, daß keine Langeweile aufkommt. Ich freue mich aber, auch noch die geringste freie Zeit in den nächsten 8 Wochen für diese Seite zu bloggen. Spannende Gäste und Themen gibt es genug, ob Putin und Rehhagel persönlich aufkreuzen, bleibt abzuwarten. Könnte von der Dauer der Amtszeit abhängen.Wulff ist Dank seiner kurzfristig freien Kapazitäten als Springer eingeplant.

Ansonsten freuen wir uns auf alle Gäste vor und auf der Bühne und für notleidende Politiker dürfte als Trost auch die eine oder andereFreikarte drin sein…diskret zurückgelegt versteht sich.

In diesem Sinne, ab heute aus München

Martin Quilitz

Gleicher als wir

imagePaul hat in seinem letzten Blog beschrieben, daß Statusunterschiede in Europa eine große Rolle spielen, während in den USA alle mehr oder minder gleich angesehen sind und jeder Präsident werden kann..eine spannende These, die mich als alten Amerikanistik-Studenten und bekennenden ostwestfälischen Regionalhumoristen zu meinem  neuen Blog getrieben hat:

“Das Land, in dem alle gleich sind”

Mitmenschen!
Republikanische Präsidentschaftskandidaten versuchen sich trotz ihrer Position u.a. als Konzernbosse und des dementsprechenden Vermögens mit einfachen Menschen, sogar mit Randgruppen gleichzumachen, z.B. mit Alzheimerkranken. So z.B., wenn sie nach der Libyen-Politik Obamas gefragt werden.”Libyen?Moment was war das noch gleich..ein schweinefleischfreier Doppelwhopper?”Der ehemalige Chef der Kette “Godfather’s Pizza” Herman Cain kennt sich halt besser mit italoamerikanischer Küche als mit Außenpolitik aus, da hilft ihm anscheinend auch der enge Draht zu Godfather nicht.

Zudem wollen alle Präsidentschaftskandidaten eher wie Clinton sein und nicht wie Obama: cool..Sex mit jungen Frauen. Das klappt nur nicht immer freiwillig, wie z.B. bei Herman Cain:4 Frauen sollen von ihm in den 90ern sexuell belästigt worden sein. Möglicherweise waren das gar keine bewußten moralischen Vergehen à la Strauss-Kahn, sondern nur die kläglichen Vorbereitungsversuche auf eine Präsidentschaft ohne Statusunterschiede zu legendären Vorgängern.

Bei einer Kandidatin wäre das sicher anders gelaufen. Allein schon wegen der großen Vorfreude, als erste Frau in Washington, im oval office des Weißen Hauses am Schreibtisch Platz nehmen zu dürfen und nicht darunter…wie einst bei Clinton.

Auch Hoffnungsträger Obama wollte übrigens nicht grundsätzlich alles anders machen als sein direkter Vorgänger. Mit George Bush und Condoleeza Rice waren ein Weißer als Präsident und eine Farbige als Außenministerin zuvor aktiv, bei Barrack Obama und Hillary Clinton genau das Gleiche…nur andersherum. Auch hier der Versuch, anders zu wirken, aber statusmäßig alles beim Alten zu belassen.

Jeder kann Präsident werden in Amerika, wenn er Weiterlesen

“Is’ mein Ding”

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Mitmenschen..Woche Nr.3 im Endspurt und ich schaffe es, endlich mal wieder zu schreiben. Täglich andere Showabläufe, neue Gäste, Interviews auf Russisch…Freizeit wird zur bedrohten Art und wenn überhaupt anwesend, dann Salsa tanzend mit dem Ensemble verbracht.
Als Zwilling freut man sich über soviel Abwechslung, als Ostwestfale über ehemalige Klassenkameradinnen im Publikum, die nun das Hannoversche Stadtleben als Architektin oder Journalistin bereichern und mir vom “kleinstädtischen” Charme der Landeshauptstadt berichten.
Das Publikum ist wie immer im Variete global+mobil und reist in Gestalt eines Clooney-Doubles aus Osnabrück oder eines lippischen Baumaschinenverkäufers an. Beide bestechen mit bodenständig gelassener Art auf der Bühne. Der weißhaarige Lippetaler verblüfft mit Altersangabe”39″ (wahrscheinlich in € umgerechnet) und nach seinem zackigen Hulahoop-Auftritt mit dem Kommentar”Is’ mein Ding!”.
Menschen aus dem Lippischen sind ja noch vor den Ostwestfalen landesweit bekannt für ihr feuriges Temperament und ihre spritzige Rethorik..damit überzeugte schon vor Jahren Italo-Dandy Gerhard Schröder aus Lemgo die Menschen in Hannover.
Nachdem ich kürzlich neben ihm auf einem Bahnsteig hier in Hannover auf den ICE nach Berlin wartete, weiß ich, wie sich Machtverlust für ein solches Temperamentsbündel anfühlt..”Is’ nich’ sein Ding!”.
Vielleicht sollte er mal wieder dem Schicksal eine Chance zur Wendung bieten und sich dem “Flaschendrehen” hingeben…so wie sein Weiterlesen